| Die Geschichte des 3. Schnellbootgeschwaders | ||||
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Das Geschwaderwappen erinnert an die 1940 in Kiel aufgestellte 3. Schnellbootflottille. Ihre nur 80 Tonnen großen Boote wurden vor der holländischen Küste und im englischen Kanal eingesetzt, bevor die gesamte Flottille über Rhein, Rhein-Rhone- Kanal und Rhone ins Mittelmeer verlegte. Dort erfolgten Einsätze vor Sizilien, Malta und Nordafrika. Das Leben des 3. Schnellbootgeschwaders begann im Jahre 1955, als die Lürssenwerft das Schnellboot der "Jaguar"-Klasse konstruierte. Nachdem das erste Schnellboot, "Jaguar", am 16. November 1957 in Dienst gestellt wurde, folgten nach und nach bis Dezember 1958 die Schnellboote "Iltis", "Leopard", "Luchs", "Wolf', "Tiger", "Panther", "Löwe“, “Fuchs”und “Marder”. Hauptbewaffnung dieser schneeweißen Boote waren Torpedos. Ein typischer Einsatz sah etwa so aus: Nachts, abgedunkelt, nur die Blaulichter des Vordermanns zu sehen, hohe Geschwindigkeit, rasche Formationsänderungen bei engstem Abstand, splitten, um dann den Torpedo zu lösen und mit einer Kehrtwendung bei Höchstfahrt vom Gegner abzulaufen. So war nur bei bestem Ausbildungsstand der Besatzungen und einem echten Teamgeist der gelungene Torpedoschuß möglich. Die Entwicklung in der Flugkörpertechnik, aber auch die Ermüdungserscheinungen, der in 15 Jahren in unzähligen Manövern und Auslandsreisen bewährten Boote, machten eine Neuentwicklung notwendig. Aufgrund der kurzen Lieferzeit entschied man sich im Herbst 1970 zum Kauf von 20 Flugkörperschnellbooten der Klasse "La Combattante II", gebaut in Cherbourg (Construction Mecanique de Normandie) und in Bremen (Lürssenwerft). Bereits im Oktober 1972 wurde "S 41" in Dienst gestellt. In den Folgejahren wurden dann Zug um Zug die Jaguar-Boote durch die modernen Flugkörperschnellboote der Klasse 148 ersetzt. Im März 1974 war das 3. Schnellbootgeschwader mit "S 50" als zehntem Boot komplett umgerüstet. Im Dezember 1981 erhielten die Boote zusätzlich wieder die alten Raubtiernamen; so heißen sie heute: "S 41 Tiger", "S 42 Iltis", "S 43 Luchs", "S 44 Marder", "S 45 Leopard", "S 46 Fuchs", "S 47 Jaguar", "S 48 Löwe", "S 49 Wolf", "S 50 Panther". Der Einsatz wird wesentlich durch das Führungssystem PALIS (Passive Aktiv Link System) bestimmt. Mit diesem System ist es möglich geworden, untereinander mit allen LINK 11 ausgerüsteten NATO-Einheiten, mit dem MHQ und dem NATO-Frühwarnflugzeug E3A ohne zeitlichen Verzug einen Lagebildaustausch durchzuführen oder auch Befehle und Anweisungen zu geben. Die hohe Geschwindigkeit von maximal 38 Knoten bietet die Möglichkeit der schnellen Schwerpunktverlagerung. Neben den Änderungen im Bereich der Sensoren und Waffen sind die Formationsfahrübungen geblieben, die ein wenig an die Einsätze der "Jaguar"-Boote erinnern, auch wenn die engen Formationen nicht mehr die hohe Bedeutung für den Einsatz haben. Wenn die vier 3600 PS starken Motoren anspringen und mit dem Kommando: "Alle Leinen los und ein" ein neuer Einsatz beginnt, verschlägt es die Boote in der Regel in die Ostsee und ihre Zugänge. Aber auch Nordsee, südliche Norwegensee, der Kanal, die Irische See und die Biscaya sind keine unbekannten Gewässer für das Geschwader. Einen besonderen Höhepunkt bildet das Flugkörperschießen vor der französischen Atlantikküste, wobei sich die vier Schnellbootgeschwader jährlich abwechseln. Das 3. Schnellbootgeschwader wird 1988 wieder in die Biscaya fahren. Bei allen Einsätzen im Geschwaderrahmen darf natürlich unser Tender "Rhein" nicht vergessen werden. Erst durch das Mutterschiff sind längere Stehzeiten in See möglich. Seit der Einbindung des Tenders 1963 in das 3. Schnellbootgeschwader ist die Versorgung der Boote mit Kraftstoff, Frischwasser und Proviant selbstverständlich geworden. Darüber hinaus leistet der Tender für die Boote einiges mehr. Aufgrund modernster Technik ist es den Besatzungen der Boote nicht immer möglich, neben der Bedienung auch noch alle, zum Teil sehr komplizierte, Instandsetzungen durchzuführen. Diese werden dann von der auf dem Tender eingeschifften SUG (Systemunterstützungsgruppe) durchgeführt. Zudem stellt der Tender Werkstätten, Ersatzteile und Werkzeuge zur Verfügung. Fürsorge, Betreuung und ärztliche Versorgung sind weitere Ansprüche an den Tender, denen er gerecht wird. Alles in allem ist der Tender eine unverzichtbare Komponente für den Einsatz des Geschwaders. Bei all der Technik, die mit großen Schritten immer moderner und anspruchsvoller wird, muß man im Vordergrund die Menschen sehen, die als entscheidende Faktoren hinter dem Waffensystem stecken. Junge Männer, die bei Wind und Wetter zur See fahren und viel Idealismus mitbringen müssen, damit trotz aller privaten und seefahrtsbedingten Belastungen das Waffensystem funktioniert. Die große administrative Arbeit, die auf die Boote während der Hafenliegezeiten zukommt, läßt sich nur mit der Unterstützung eines leistungsfähigen Stabes bewältigen. Im 3. Schnellbootgeschwader arbeiten in den einzelnen Sachbereichen etwa 45 Personen für die Boote und den Tender. Beheimatet sind Stab, Tender und Boote in der Hafenstadt Flensburg, im Marinestützpunkt Mürwik. Eingebunden in die Verteidigungskonzeption des NATO Bündnisses hat das 3. Schnellbootgeschwader seit 1957 nun mehr 30 Jahre lang durch Präsenz sowie Einsatzbereitschaft, bzw. -fähigkeit einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Marine im Ostseebereich geleistet (Quelle: 30 Jahre 3.Schnellbootgeschwader Flensburg) Das 3. Schnellbootgeschwader wurde am 30. September 1998 außer Dienst gestellt. Die Boote S45 Leopard, S46 Fuchs, S 47 Jaguar, S48 Löwe und S50 Panther wechselten zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz. |
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