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Tender der Rhein-Klasse 401
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Stapellauf |
10.12.1959 | |
| Indienststellung | 06.11.1961 | |
| Außer Dienst | 26.06.1992 | |
| Verbleib | Über die VEBEG nach Singapur | |
| Bauwerft | Schlieker-Werft, Hamburg | |
| Schiffstyp | Tender der Typ-Klasse 401 | |
| NATO-Nr. | A58 | |
| Schwesterschiffe | EIbe, Weser, Main, Ruhr, Neckar, Werra, Donau | |
| Technische Daten: | ||
| Länge: | 98,2 m | |
| Breite: | 11,8 m | |
| Tiefgang: | 4,7 m | |
| Einsatzverdrängung: | 2740 ts | |
| Maschinen: | 6 Dieselmotoren (Maybach) mit insgesamt 10600 kW (14400 PS) | |
| Geschwindigkeit: | Marschfahrt 16 kn, Höchstgeschwindigkeit 21 kn | |
| Ausrüstung: | See- und Luftraumüberwachungsradar; Navigationsradar; Feuerleitanlagen, Funksende- und Empfangsanlagen | |
| Bewaffnung: | 2 Geschütze zu 100 mm, 4 Geschütze zu 40 mm, 2 Wasserbomben-Ablaufbühnen, Minenlegekapazität | |
| Besatzung: | 155 Mann ohne SUG, zusätzlich 35-40 SUG | |
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Aufbauend auf den Erfahrungen des II. Weltkrieges, wurde bereits 1956 eine
Serie von 13 Tendern in Auftrag gegeben. Davon gehörten 11 dem Typ 401 an.
Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Geschwaderstützpunkt und Hafen
unabhängig zu machen. Bei relativ kleinen Booten, wie Minensuchern, S-Booten
und U-Booten, ist dies nur durch die logistische Unterstützung eines Tenders
erreichbar. Die Versorgung der Einheiten mit Betriebs- und
Verbrauchsstoffen, Proviant, Munition und Ersatzteilen sollte nicht im durch
Flugzeuge und FK-Waffen bedrohten heimischen Stützpunkt, sondern - etwas
abgesetzt vom Einsatzraum - auf See erfolgen. Das galt ebenso für die
Durchführung kleinerer Reparaturen und lnstandsetzungen. Diesem Einsatzzweck
entsprachen die Tender der Typ-Klasse 401, die mit Ausnahme der beiden
U-Boot-Tender bautechnisch weitgehend gleich ausgeführt wurden, so daß die
wesentlichen Baudaten dieser Klasse übereinstimmen. Bezogen auf die spätere
Zuordnung der Geschwader - S-Boot oder Minensucher - gab es jedoch in der
Ausstattung gewisse Unterschiede. Von den ausnahmslos die Namen deutscher
Flüsse tragenden Tendern waren Rhein, Main, Elbe, Neckar; Werra, Weser und
Donau von Beginn an für den Einsatz in einem Schnellbootgeschwader
vorgesehen. Drei dieser Schiffe, nämlich Weser; Ruhr und Donau, fuhren
zeitweise als Schulschiffe für die Offiziersausbildung. Die Schiffskörper
wurden aus Stahl, sämtliche Aufbauten aus Leichtmetall gefertigt. Eine
Unterteilung in 13 wasserdichte Abteilungen sorgt für die erforderliche
Standfestigkeit. Die Tender sind zum Selbstschutz relativ stark bewaffnet
mit 2 vollautomatischen Luft- und Seeziel-Geschützen vom Kaliber 10 cm sowie
4 x 40 mm. Alle Geschütze können sowohl radargesteuert als auch nach dem
optischen Richtverfahren eingesetzt werden. Für jede Batterie (vorn und
achtern) steht ein Radarrichtgerät zur Verfügung. Sie erfassen und verfolgen
die Ziele. Elektronische Rechner ermitteln in Sekundenbruchteilen die
Schußunterlagen. Durch synchrone Steuerorgane werden die Geschütze
vollautomatisch nachgerichtet, geladen und abgefeuert. Die Tender können
auch - bei vorheriger Montage von Minenschienen sowie von Ablaufbühnen für
Wasserbomben - sowohl zum Minenlegen als auch für die U-Boot-Jagd verwendet
werden und sind in dieser Hinsicht als vollwertige Kriegsschiffe zu
betrachten. Ein Attribut, mit dem sich der Nachfolgetyp der Tender, die
Klasse 404, nicht »schmücken« kann! Zur schnellen Versorgung der zu
betreuenden Boote sind die Schiffe mit umfangreichem Gerät ausgerüstet. Dazu
gehören zwei 6,54-Bordkräne, mit deren Hilfe Torpedos, Munition für die
Rohrwaffen, Ersatzteile, Proviant sowie sonstige Ausrüstungsgegenstände auf
längsseits liegende Boote übergeben werden können. Außerdem verfügen sie
über eine umfangreiche High-Line-Ausrüstung, wodurch sie sich während der
Fahrt selbst versorgen können. Die Tender können sich auch binnen kurzer
Zeit vor Einflüssen atomarer; biologischer oder chemischer Kampfführung
schützen. Spezielle Belüftungsanlagen sowie eine fest eingebaute Sprühanlage
für die Außenflächen machen dies möglich. Die Besatzung ist im Vergleich zu
anderen Schiffen der Marine recht komfortabel untergebracht
Mannschaftsdienstgrade sind z.B. in Decks für 8-10 Mann einquartiert. Trotz
weitgehender Übereinstimmung innerhalb der Typ-Klasse 401 wurden 2
verschiedene Antriebsvarianten eingebaut. Während die S-Boot-Tender
dieselmechanisch angetrieben werden besitzen die Minensuch- und
U-Boot-Tender einen dieselelektronischen Antrieb, dessen Vorteile u. a.
darin bestehen, daß je 3 (von insgesamt 6) Dieselmotoren über
Flüssigkeitskupplungen auf ein Sammel- und Untersetzungsgetriebe geschaltet
werden können, welches die verminderten Drehzahlen auf einen
Verstellpropeller überträgt. Diese Anlage kann von je einem der
schallisolierten und gasdichten Fahrstände, entweder für Backbord- oder für
Steuerbord-Kraftwerk, gefahren werden. Die für die Überwachung notwendigen
Meßwerte können von einer Überwachungstafel abgelesen werden. Zur Erzeugung
der für den Bord betrieb notwendigen elektrischen Energie stehen auf jedem
Tender 5 Dieselgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 2250 kVA bei 60 Hz
zur Verfügung. Damit kann - neben der Eigenversorgung - auch der
Energiebedarf eines vollständigen Geschwaders im Hafen oder auf Reede
gedeckt werden. Mit Hilfe dieser Tender können die Kleinbootgeschwader
weitgehend Hafen unabhängig operieren. Das zeitraubende Einlaufen in einen
Hafen zwecks Versorgung entfällt, so daß die Boote entsprechend länger im
Einsatz bleiben können. Der Tender Rhein war das Typ-Schiff der Tender-Klasse 401. Als solches war er dazu ausersehen, beim Schiffsübernahme- und Erprobungskommando zahlreiche Tests und Erprobungen zu absolvieren. Bei diesen Fahrten wurde auch der Äquator überquert. Im Anschluß daran wurde der Tender, wie geplant dem 3. Schnellbootgeschwader unterstellt. In dieser Funktion nahm er an allen Übungen und Manövern seines Geschwaders teil - mit entsprechenden Besuchen in den jeweiligen Liegehäfen des Geschwaders. Bedingt durch die Umrüstung des 3. Schnellbootgeschwaders auf den neuen Schnellboot-Typ „La Combattante II“, befand sich der Tender Anfang der siebziger Jahre häufig in den französischen Gewässern.
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