Geschichten, Kalauer und  sonstige lustige Sachen

Inhalt:

1. Zitat aus der Bierzeitung (Norbert V.)
2. Zitat aus der Bierzeitung (Peter Sündermann)
3. Geschichte von einem tollen Wochenende in Kiel (Frank Hippauf)
4. Der Alptraum eines Kapitän (Hr. Castendyck)
5. Aus der 2. Bierzeitung (Peter Sündermann)
6. SEF-COCAIN (ein Lied) (Peter Sündermann)
7. Geschichte aus Frankreich (Nils Vormann)
8. Geschichte von Thomas Gausmann (Günnie)
9. 30 Möglichkeiten das Marineleben zu Hause zu erleben 
10. 1a "Seebestattung" im Hafen von Nyborg (Frank Hippauf)
11. Weihnachtsfeier in Flensburg (Frank Hippauf)

 

Zitat aus der Bierzeitung des 1. Bordfestes in Frankreich 1973 auf die Schippe wird unserer damaliger II WO Ulrich Bannasch genommen.

Norbert V.

Herr Bannasch ist auch gut bekannt,
ein Bogen ist nach ihm benannt.
Wenn "KILO" in das Boot gekommen,
hat er`s kommando übernommen,
das Boot soll an die Pier. Schwung ins Boot, Motoren heulen,
die Pier kommt näher, Matrosen eilen-
da gibt´s ein Knirschen und ein Splittern,
der Kommandant ist schon am Zittern,
und trotzdem wiedermal geschafft,
das Boot ist an die Pier gebracht,
wenn auch mit kleinen Beulen,
na ja, kein Grund zum Heulen.

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Zitat aus der 1. Bierzeitung

Peter S.

Erinnerung an den "1. Nav"   ( ich selbst)

  Der Atze auf der Brücke steht,
  der Kommandant kommt, Mascow geht; (IWO)

  das Meer geht hoch, die Winde wehn......
  die Nacht ist schwarz, er kann nichts seh'n.

  Den Mond und auch die Sterne nicht,
  und auch nicht eines Leuchtturm's Licht...

  Wie sehr er die Puppile weitet,
  wo ist die Tonne, die Ihn leitet ?

  "Pardon, geht's hier zum Ufer ?" brüllt er,
  doch niemand hört den Rufer.

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Geschichte von einem tollen Wochenende in Kiel/Strande

Frank H.

Ich habe ja lange überlegt ob ich diese Geschichte überhaupt erzählen soll, aber ich denke sie ist ganz lustig. Wir hatten im Jahre 1992 oder 93 mal wieder mal einen Empfang an Bord und das wie immer am  Wochenende. Standort war der Yachthafen von Kiel/Strande. Jedenfalls fingen wir im Achterdeck schon so gegen Mittag an zu feiern. Am späten Nachmittag kamen dann die ersten Gäste an Bord. Wir mussten uns mit den Gästen beschäftigen und uns unter das Volk mischen. Ich habe mir diese Feier sehr zu Herzen genommen und habe kräftig einen gesoffen. Irgendwann am späten Abend war ich dann etwas fertig und wollte nur noch auf den Bock. So weit so gut, ich habe nix mehr von der Feier oder den Aktivitäten im Achterdeck mitbekommen. Am nächsten Morgen war dann zeitiges Wecken angesagt und es wurde seeklar gemacht (also wieder Kabel ziehen). Ich habe mir nix schlechtes gedacht oder bemerkt. Als ich später an den Fahrhebeln saß wunderte ich mich nur das mein linkes Bein so penetrant juckte. Der große Nav (Markus Harder) fragte auch schon immer so doof, also musste ich mir doch die Sache mal näher anschauen. Da hatten mir die Säcke aus dem Achterdeck doch das halbe Bein rasiert. Ich sah dort aus wie ein Babypopo. Oh war das peinlich. Nochmals vielen Dank an an alle die mitgemacht haben.

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Geschrieben von Herrn Castendyck (leider schon verstorben) Der Alptraum eines Kapitäns:

Wir schreiben in das Gästebuch
von einem Patenschaftsbesuch,
der wieder, wie in jedem Jahr,
sehr herzlich und recht lehrreich war.

Die Gäste brachten mit den Wein
den eingefangnen Sonnenschein,
auf den man große Hoffnung setzt,
da er in Traben-Trarbach wächst.
Trotzdem man Energien spart,
ging es gewohnt auf "Große Fahrt".
Doch nicht einmal 3 Stunden später,
-Di-Da-didid-, tickt es im Äther:
"Qu . R.T.M. - es ist passiert-
S-46 ist entführt".

Wie's dazu kam, will ich berichten
mit meiner Fähigkeit zu dichten:
Der Kapitän trinkt gerne Wein.
Er packt sich eine Flasche ein
und sagt zu seinem Stellvertreter:
"Führ'n Sie das Schiff, ich komme später".
Doch der, anstatt das Schiff zu führen,
muß ebenfalls den Wein probieren.
Genauso geht's den II WO.
Beim III O war der Funker froh, -
er hatte jetzt die Schiffsgewalt,
doch seine Flasche stand schon kalt.
So ging das weiter: Wein war weg!-
entvölkert waren Schiff und Deck
und nur die "Patenonkel" standen
verloren zwischen Mast und Wanten
und Kabeln, TTauen, S-Raketen.
Da half kein Flennen, -nur noch Beten.

Herr Bachmann stellte fest: es fehlen
im ganzen 28 Seelen,
geriet in einen Panik-Stress
und riet: Wir funken SOS.
Doch Kurtchen Bauer - einst Soldat,
- bei der Marine sagt man Maat -
befiehlt als alter Fahrensmann:
"Wir laufen Traben-Trarbach an."
"Das geht nicht", protestiert Herr Straß,
"da werden mir die Füße naß."
Dann halten wir doch besser an
in Hamburg auf der Reeperbahn."
Und Immich fragte hinterher:
"Warum nicht gleich ins Mittelmeer?"
Paul Kullmann meinte leicht beklommen:
"Hätt' ich die Frau nur mitgenommen."
Der Castendyck als alter Funker
setzt Hoffnung auf den Fahnenjunker
und meint, der könnte uns noch retten
und bietet Weib und Zigaretten.

Doch auch der Junker war entwischt
und mit der Flasche abgezischt.
Da resigniert auch Castendyck:
"Das Schiff kommt niemals mehr zurück",
und druckst und schwitzt aus allen Poren;
er funkt der NATO: "Schiff verloren".
Herr Reagen aus Amerika
und erster Mann in U-S-A,
der hatte unverzüglich schon
die Hand am "Roten Telefon".

Indessen steht im Ruderhaus
Kurt Bauer: - Volle fahrt voraus! -
hält Kurs auf den Nord-Ost-Kanal.
Die Sache wurde nur fatal
als er die Elbe quer passierte,
mit einem Frachter havarierte.
(Er streifte ihn knapp an der Flanke -
nicht schuldlos daran war die Anke.)
Doch dann mit List und Tücke kam
er mit dem Schiff bis Rotterdam.
Rasant geht es den Rhein hinauf,
bei Koblenz in den Mosellauf
und bald darauf mit "Maus und Mann"
legt er perfekt in Traben an.

Herr Geis, der Schröter-Kanonier,
besorgt Bitburger "Einlaufbier".
Die Herren Steffen, Nitz und Mohr
bestellen den "Gefang'nen Chor".
Und Feldges, Schmücker und Xylander
erfreun sich an dem Durcheinander.
Herr Wilhelms holt die Feuerwehr,
die kommt mit ihrem Kran daher,
und dann wird dieses Schiff geparkt
vor'm Rathaus auf dem Platz am Markt.

Herr Bachmann animiert die Gäste,
ruft auf zum frohen Straßenfeste.
Und Wolf und Traben, Kautenbach,
mit Trarbach, Hödes, Simmenach,
die feierten vom Mast zum Kiel
ein Weinfest feucht - mit Sang und Spiel -
so richtig in die Vollen rein:
S-46 schwimmt im Wein.
Die Herren Sündermann und Krieger,
die fühlten sich als Kapersieger
und feierten die ganze Nacht
als alliierte Siegermacht.

Da wacht der IIWO auf mit Schreck
ganz unten im Maschinendeck,
stürmt rauf den engen Niedergang,
dann wankend an der Reeling lang.
Und als er seinen Ausguck fand,
da sah er rundum nur noch Land.
Der Funker fluchte voll Empörung
und suchte die Computerstörung!

Und selbst der letzte Leichtmatrose
hat das gewisse in der Hose.
Der S-T-O, der zitterte,
weil er den I O witterte.
Der kam aus dem Computerraum
und glaubte diese Story kaum,
rauft sich den Bart, krault sich am Kinn
mit Blickrichtung zum Apel hin:
"Ich will ja alles gern berappen,
laß mir nur meine Achselklappen:"
Der Offizier der Morgenwache
hält äußerst viel von dieser Sache
und stellte fest mit leichter Trübung:
"Das ist die schönste NATO-Übung."
Benommen klettern Maschinisten
aus ihren Stahl- und Eisenkisten,
entbehren nicht, -trotz Elektronik -
der viel belachten Katerkomik.
Der 1. Maat stellt mit dem Rest
Verstandes nur lakonisch fest:
" Wir schwimmen ja - Mensch ist das fein -,
nicht auf der Ostsee, - nein - im Wein !
Es denkt und glaubt der 2. Maat
an die "Begegnung Dritter Art".
Der Smutje steigt rot aufgequollen
aus einer Kiste Ostseeschollen
und Wolenberg, der 2. Funker
kommt aus dem Diesel-Kraftstoffbunker
und konstatiert noch ganz verschlafen:
"Mein Gott, ist das ein schöner Hafen!"

Dann ist der Käpt'n aufgewacht.

ES WAR DER ALPTRAUM EINER NACHT

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Aus der 2. Bierzeitung

Peter S.

Ein S-Boot gleitet schnell durchs Wasser, an Oberdeck wird alles nasser,
die Wellen wogen, es fetzt verrückt, der Kdt ist ganz verzückt,
die OPZ ist heut so still, ob keiner dort was tuen will.
Da plötzlich wird der Feind entdeckt, die OPZ wird aufgeweckt.
An alle Stellen nun Kriegsmarsch, der Heizer denkt: Leck mich am Arsch.
Ein lauter Schrei und alles lacht, grad ist der Puster aufgewacht.
Der Nav. der peilt so vor sich hin und fragt sich, wo ich jetzt wohl bin.
Fortuna ist uns wohlgesonnen, wie üblich haben wir gewonnen.

Wir laufen dann in Flensburg ein, ein jeder denkt sich oh wie fein.
Machen fest an unsrer Pier, und jeder freut sich auf's Einlaufbier.
Doch alle haben zu früh gelacht, denn nun wird erst Reinschiff gemacht.
Ist Reinschiff beendet wird langsam bekannt, man hat zum Wachboot uns ernannt.
Die ersten Posten auf die Pier, für den Rest gibts endlich Einlaufbier.
Am nächste Tag der Dienst beginnt, und alle noch recht müde sind.
Der Tag für "T2" beginnt mit Jammer, er muß zum Kommandanten auf die Kammer.
"Herr T2" nun ist es aus, Sie fliegen aus "Lebers" Reederei heraus.
Doch damit war die Sache noch nicht vorbei, wir bekamen nen neuen versoffenen "T2".
Doch dieser konnte Fiete noch entkommen, den Hat "AK" übernommen.

Nun bin ich schon nicht mehr allgemein, nun werd ich persönlich, ich hoff ich darfs sein.
Und wenn einer hier keinen Spaß versteht, dann kann er nicht feiern und es ist besser er geht.

Da haben wir z.B. den Zickermann, im zivilen Konditor man siehts im an,
er schiebt sich minütlich die Bonbons in den Mund, und ist bald sicher kugelrund.
Unsern EMU sieht man selten drausen, sein Stammplatz ist hinter der Bb-aussen.
Er sagt sich warum soll ich mich plagen, Arbeit schlägt doch nur auf den Magen.
Der Puster meistens ein grimmiges Gesicht, denn vieles hier gefällt ihm nicht.
Und sieht man Ihm mal fröhlich schauen, denkt er sicherlich an seine asiatischen Frauen.
Der OMT Böttcher, ich erwänte ihn schon, macht bei uns die Navigation.
Er es meist nicht fassen kann, kommen wir auch wirklich an.

Vom Wolfgang Beinroth ist zu erfahren, er ist ELO schon seit 7 Jahren.
Und weil er beim Barras nicht mehr ganz frisch, säuft er fast jeden unter den Tisch.
Der Btsm Thomsen meldet auf die Brücke, der Kreisel zeigt schon wieder sene Tücke,
der Rechner tut es auch nicht mehr, belastet war er allzu sehr.

Der Schmadding geht über Oberdeck, Reinschiff, es ist sein Lebenszweck,
und findet er mal etwas Schmutz, haut er kräftig auf den Putz !

Die Heizer in der Maschine sitzen, obwohl keiner was tut, sind alle am Schwitzen.
Es ist der Anstschweiß, der ihnen entflieht, daß keiner sie beim Knacken sieht.
Im Leitstand sitzt der STO, wenn man Ihn nicht stört dann ist er froh.
Und laufen wir im Hafen ein, dann weckt er seinen Knackverein.

Wolgang einer der Feuerleiter ist beim Essen immer heiter,
er zwar unser Kleinster ist, trotzdem er am meisten frisst.

Wer wandelt an Bord herum als Freier, es ist der Norbert Franzel unser Bayer.
Seine Hochzeit wird bald sein, und wehe er lädt uns nicht ein.

Der "I WO" kriegt Ärger von unten und oben, trotzdem muß man seine Ruhe loben.
Doch laufen wir dann an die Pier, tröstet er sich beim Einlaufbier.

Fährt der "II WO" in der OPZ, findet er die Welt ganz nett.
Doch mit der Freude da ist Schluss, wenn er auf der Brücke fahren muß.

Geht auch etwas in die Binsen, "Schwarz" ist ständig nur am Grinsen,
und schreit der Schmadding ihm ins Gesicht, er verliert sein Grinsen nicht.

Für "Schneemann" unsern kleinen Puster, sahs am Anfang an recht duster.
Doch jetzt wacht er langsam auf, drückt man auf die Taste drauf.

Walter unser Radar II, ist bei der Seebacksachaft meist dabei,
darum reißt sich dieser Mann, weil er da gut knacken kann.

Unser Smut "Kathastrophix" genannt, ist im ganzen Geschwader bekannt.
Schmeckt uns nicht sein Horrorfressen, sagt er: "Braucht's ja nicht zu essen".

Ahrens ist noch neu an Bord, er bricht in Blindheit jeden Rekord.
Neulich brachte dieser mann, ne Stange als Magnetkompaßschlüssel an.
 
Unauffällig wie kein zweiter, ist Axel der Erste Feuerleiter.
Über Ihn weiß man nicht viel zu sagen, man müßte Ihn schon selber fragen.

Kaum war "Kurz" an Bord gekommen, wurd er kräftig dran genommen.
Doch kommt der Funkraum in seine Hand, wird dieser Dampfer berüchtigt-bekannt.

ARI "Reinhard", wie GUA's so sind, war am Anfang noch recht blind.
Doch nun tut er "Fiete" nicht mehr verdriessen, inzwischen kann er sogar schießen!

Wem ist Arbeit am meisten verhaßt, Bergmann unsrem ARI-GAst.
Ständig er am knacken ist, wenn er sich nicht grad verpisst.

 Nun kommen wir zum Kommandanten, heute als zuletzt genannten.
Er bringt uns immer zum Erstaunen, durch seine wechselhaften Launen.
Bei Seefahrt ist er zu ertragen, im Hafen schlägt er oft auf den Magen.
Doch er muß anscheinend so walten, will er diesen Haufen zusammenhalten.
Jetzt möchte ich schließen, daß muß so sein, sonst trocknet mit die Kehle ein.

Und ehe wir in Reden versinken, wollen wir noch einen trinken.

Allen, die dieses Gedicht erbost, rufe ich auf zu einem versöhnlichen PROOOOST.

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...ein Lied

Peter S.

SEF-COCAIN            (nach der gleichnamigen Melodie)

  Dies Manöver dauert Nacht und Tag
  macht den stursten Bock zum Nervenwrack,                           cocain - is on my brain
  Machte man hier nicht die Nacht zum Tage schon
  schlief' ich auf der Koje statt auf der Gefechtsstation,            cocain..........

  Ref.:
  Hey "meik tängo" komm schnell her
  halt mich fest, ich kann nicht mehr                                       cocain.............

  manchmal waär das Leben halb so schwer
  wenn die Ultrahochfrequenz nicht wär                                    cocain....

  da in Plottes heiler Filzstiftwelt
  die reporting einem langsam auf den Wecker fällt                  cocain.....


  Ref.:
  Hey meik tängo komm schnell her
  halt mich fest, ich kann nicht mehr                                       cocain.............

  Selbst die Schiffsführung erliegt dem bösen Gift
  wenn bei uns an Bord sogar der Kommandant schon snifft       cocain.......
  und ist dann mal wieder mit den Hugos schluß
  spricht der S3 "Stand by - exitus !"                                        cocain....


  Ref.:
  Hey meik tängo komm schnell her
  halt mich fest, ich kann nicht mehr                                       cocain - is on my brain 


  (Meik tängo" = Spitzname Kdr)

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Nils Vormann
Ich wurde von meinen Vorgesetzten und Kameraden immer gut behandelt, . . .  ja ja
 
. . . aber die wirkliche Geschichte zu diesem Bild war noch viel besser :

 
1996 AAG im Mittelmeer: Wir näherten uns mit dem Fuchs der französischen Küste, als wir uns für eine Parade auf dem Deck aufstellen sollten weil wir an einer französischen Fregatte vorbeifuhren. Auch auf der Fregatte stand die Besatzung zur Parade bereit. Da Füchse allerdings nicht zum Paradestehen auf die Welt gekommen sind (!!), fiel uns spontan etwas besseres ein. Kaum waren wir mit der Fregatte auf gleicher Höhe schrie mich unser Bootsmann ( M. Kopplin ) lauthals fluchend über - ich salutierte vor Ihm und schmiss mich sofort zu Boden um 20 Liegestütze zu machen. Unser Bootsmann und meine Kameraden beschimpften mich weiter und traten mir letztendlich auch noch mehrmals in den Bauch.  --- Die Gesichter der Franzosen hättet ihr sehen müssen,  dass war der absolute Hammer.
 
Wir haben uns vor lachen nicht mehr eingekriegt, aber die Franzosen haben seitdem einen Mortz-Respekt vor den deutschen Schnellbootfahrern.
 
Schnellboot-fahren macht nicht krank !

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Thomas Gausmann (Günnie) So begaben sich 3 "Kisten" im Oktober 1995 nach überstandener Grundi auf den Fuchs. Nach diversen Pannen & im nachhinein größten Peinlichkeiten in den ersten Tagen, fuhren wir nach einiger Zeit auf eine eine Woche dauernde Übungsfahrt. Dies war für uns schon ungewohnt und irgendwie war das ganze nach Übungsende auch nicht wirklich prickelnd, wenn man im Päckchen auf See liegen blieb. Das ging wohl auch den alten Hasen im Vorschiff so, die sich folgende Geschichte einfallen ließen.

Unser Smut hatte den Hang zur einfachen Küche und irgendwie schob man permanent Kohldampf. So sagte man dem Matrosen Rehborn, es gäbe während solcher Übungsfahrten einen Pizzaservice an Bord des Tenders, um die Laune der Seeleute aufrecht zu halten. Ich gebe zu, auch mich entzückte diese Idee und gab eine saftige Pizza in Auftrag. Kaum war Matrose Rehborn aus dem Vorschiff entschwunden ging das Lachen los & ich strich mir meine Pizza wieder von der Backe. Wie auch immer, nach 20 Minuten kam Matrose Rehborn strahlend zurück und verkündete in 30 Minuten gibt's Pizza ... ungläubiges Schweigen im Vorschiff, sollte gar ... auf die Frage wo er denn die Pizza bestellt hatte erzählte er eine schier unglaubliche Geschichte.

Der Smut vom Tender sagte, er benötige dafür ein spezielles Formular welches aber nur der Koch des Tenders austellen darf. Auf die Frage wo seine Kammer sei, antwortete der Smut, dass die Kammer kaum zu verfehlen sei, da am Schott Kdt stünde. In der Kammer sein Anliegen vorbringend stellt der "Koch des Tenders" tatsächlich ein entsprechendes Formular aus, welches aber noch vom Koch des Regiments unterzeichnet werden muss.
Auf dessen Schott steht logischerweise Kdr. Auch hier bekam Matrose Rehborn seine Unterschrift ... na klar, ist ja auch der richtige Dienstweg ...

es gab wahrscheinlich kein Auge welches trocken blieb nach dieser Geschichte & hiernach war Matrose Rehborn wohl einer der bekanntesten Personen im 3. SG ... bis in die höchste Ebene hinein

*ich hoffe Ingo sieht mir das nach, wenn er auf diese Geschichte stößt*

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30 Möglichkeiten das Marineleben zu Hause zu erleben 

  1. Vergessen Sie erst mal Ihre Familie. Die einzige Möglichkeit zu kommunizieren ist mit irgendwelchen Zetteln, die Ihre Nachbarn mehrere Tage zurückhalten.
  2. Umscharen Sie sich mit mindestens 200 Leuten, die Sie entweder nicht kennen oder nicht mögen:
    Leute, die rauchen, schnarchen wie ein rostiger LKW, der die Alpen bezwingen will und Leute, die eine Sprache benutzen, die sogar für Kleinkinder zu dreckig ist.
  3. Entfernen Sie Ihren Radio und Fernseher, schneiden Sie sich also von der Außenwelt ab. Lassen Sie sich irgendwelche Zeitungen von Ihren Nachbarn geben. Am Besten solche, die schon mindestens Fünf Jahre alt sind, damit Sie auf dem "neuesten" Stand des Weltgeschehens sind.
  4. Überwachen Sie stündlich alle lebenswichtigen Instrumente (z.B. Stecker, Lichtschalter, usw.)
  5. Spülen Sie Ihre Toilette für mindestens fünf Tage nicht. Wetten, dass Sie es schaffen einen Geruch zu kreieren, den auch 40 Leute in einer Stunde schaffen !
  6. Schließen Sie Ihr Badezimmer zweimal täglich für jeweils vier Stunden ab.
  7. Tragen Sie nur noch Uniform.
  8. Schneiden Sie jede Woche Ihre Haare und jedes Mal etwas kürzer und das solange, bis Sie aussehen, als hätten Sie einen Kampf mit einem Schaf verloren.
  9. Arbeiten Sie täglich 19 Stunden und schlafen Sie nur vier, solange, bis es Ihrem Körper egal ist, ob es Tag oder Nacht ist.
  10. Hören Sie Ihre Lieblings-CD zwei Wochen lang den ganzen Tag. Danach irgend ein Geklimper bei dem sich Ihre Ohren von alleine verschließen. Et voila, Sie werden die CD, die Sie zu hassen begonnen haben wieder LIEBEN.
  11. Befestigen Sie eine Hängematte mindestens 1.5 m hoch. Dann legen Sie irgendein totes Tier darunter. Dieser Geruch wird annährend an eine schweißnasse Socke Ihres Kameraden herankommen.
  12. Stellen Sie Ihren Wecker in der ersten Stunde Schlafes auf alle 10 Minuten, um den Flair eines Decks zu bekommen, indem ständig irgendwelche Rondengänger oder Wachhabende herumtoelpen und Sie wecken. Stellen Sie nun Ihr Bett für die restlichen drei Stunden auf irgendeine wankende Unterlage. Benutzen Sie z.B. eine Kirchturmuhr, um zufällige Alarme zu simulieren.
  13. Lassen Sie sich eine Woche altes Obst und Gemüse liefern, welches Sie noch mindestens zwei Wochen an einem warmen Platz aufbewahren, bevor Sie es essen.
  14. Schütten Sie in Ihr Essen alles, was die Küche hergibt, oder auch nicht hergibt, und versuchen dann alles in wenigen Minuten herunter zu schlingen.
  15. Schalten Sie immer wieder mal die Hauptsicherung aus und rennen Sie dann "Feuer, Feuer" brüllend durchs Haus. Danach können Sie die Sicherung wieder anstellen.
  16. Fluten Sie mindestens einmal pro Monat Ihr Zimmer.
  17. Kaufen Sie sich eine Gasmaske und schmieren Sie ranziges Tierfett hinein. Bearbeiten Sie danach die Sichtgläser mit Stahlwolle, bis Sie irgendwelche Umrisse nicht mal mehr erahnen können. Tragen Sie diese Gasmaske dann mindestens alle fünf Tage, also genau der Zeitraum, nachdem Sie sich mal wieder im Badezimmer blicken lassen sollten.
  18. Lernen Sie alle Bedienungsanleitungen für Ihre Haushaltsgeräte auswendig. Zum Testen Ihres Wissens, nehmen Sie dann alle auseinander und setzen Sie dann mit verbundenen Augen wieder zusammen.
  19. Entfernen Sie alles Dekorative wie Pflanzen, Poster usw. Stattdessen bemalen Sie Ihre Wände mit weißer oder grauer Farbe, oder mit etwas, das nach Krankenhaus riecht.
  20. Kaufen Sie sich 50 Klopapierrollen und schließen diese bis auf zwei weg. Gehen Sie aber auf Nummer sicher, dass ein der zwei Rollen ständig durchweicht ist.
  21. Hauen Sie sich alle zwei Tage einen Hammer auf die Rübe, um das Feeling der niedrigen Decken und Türen kennen zu lernen.
  22. Brot für Stullen, in Fachkreisen auch Kniften genannt, lassen Sie am Besten erst mal ein paar Tage austrocknen.
  23. Alle 10 Tage müssen Sie einen neuen Hafen besuchen, d.h. Sie ziehen sich Ihre besten Klamotten an und treiben sich in den dunkelsten Ecken Ihrer Stadt rum, gehen in eine Spelunke und trinken das teuerste Bier und fahren dann total zugesoffen wirkend mit einem Taxi nach Hause, das irrsinnige Umwege fährt und Sie mindestens das doppelte zahlen müssen.
  24. Trinken Sie frische Milch nur alle acht Tage, das heißt also, wenn Sie im Hafen waren.
  25. Halten Sie die Temperatur Ihres Badezimmers auf lauschigen 2 Grad.
  26. Schließen Sie Ihren Wasserboiler an ein Gerät an, welches gewährleistet, dass das Wasser entweder nur tropft oder in unerträglichen Massen kommt und vor allem zwischen 2 und 95 °C variiert.
  27. Benutzen Sie nur Riesenlöffel, die mindestens die halbe Tasse aufnimmt.
  28. Reparieren Sie monatlich Ihre Wohnung. Egal ob es notwendig ist oder nicht.
  29. Erinnern Sie sich jeden Tag an diesen Satz:
    "Es ist nicht nur ein Job, es ist ein Abenteuer!"
  30. Mischen Sie Kerosin in Ihren Wassertank, um den Geschmack von aufbereitetem Salzwasser zu bekommen. Wenn Sie Kaffee trinken, ein Streichholz darüber halten und es nicht explodiert, schütten Sie am Besten noch etwas Kerosin nach.
 

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1a "Seebestattung" im Hafen von Nyborg (Frank Hippauf)
Zur Vorgeschichte: Nach bestandenem F1 wurde ich im Oktober 1987 ich von der TMS Kiel auf das Schnellboot S46 Fuchs versetzt. An diesem Tag war der Fuchs leider Wachboot. Ich bekam meine Einweisung an Bord und erfuhr dann auch, dass am nächsten Wochenende ein SQUADEX stattfinden sollte.  Na ja, noch ein Wochenende daheim und dann ging es los.

Wir fuhren mit dem gesamten 3.SG in die Ostsee hinaus und es wurden viele Manöver gefahren die ich noch nicht kannte und auch nicht verstand. Es war sehr stressig und fing an meinen neuen Job als "Großer EMI" zu lieben (grins). Ewig diese sch... Kabel auftrommeln und wieder abtrommeln, zwischendurch Seefahrt bis zum Abwinken. Zum Glück liefen wir nach einer sehr anstrengenden Woche zum Wochenende in Nyborg/DK ein. Nach einigem Hin und Her im Hafen stellte sich heraus, dass es leider keinen passenden Anschluss für die Stromversorgung der Boote gab, so dass "Jockelwache" gefahren werden musste. Erschwerend kam hinzu, dass unser Partnerboot, der Tiger, leider nicht mit uns im Päckchen liegen konnte. So musste sich jedes Boot selbst versorgen und auch eine separate Wachmannschaft zur Verfügung stellen.
Es wurden die üblichen Routinen abgearbeitet (Seeklar zurück, Einlaufbier, etc.) und dann wurden die jeweiligen Mannschaftsteile aufgeteilt um die Wachbelastung so gering wie möglich zu halten. Heizer gingen "Jockelwache" und der Rest "Pierwache". Konsequenz dieser Konstellation war striktes Alkoholverbot!
Das Alkoholverbot wurde aber schon beim ersten offiziellen Empfang im Rathaus der Stadt Nyborg außer Kraft gesetzt. Unsere Gastgeber der Stadtverwaltung haben reichlich Aquavit und Pils verteilt, so dass ein Alkoholverbot, schon der Höflichkeit gegenüber unseren Gastgebern nicht länger bestand hatte.  Es wurde in ein "eingeschränkten" Alkoholkonsum umgewandelt.
Durch die geschickte Wachverteilung war es auch möglich des Abends in die Stadt zu gehen und dort die örtlichen Gegebenheiten kennen zu lernen. Ich glaube mich erinnern zu können, dass man 8 bzw. 10 Stunden, zwischen seinen Wachzeiten hatte, also genug Zeit für einen kleinen Ausflug in die Stadt.
Die Besatzungen des Tigers und des Fuchs (vornehmlich Vorschiff- und Achterdecksbesatzungen), trafen sich also in einer Disco wieder und es wurde gesoffen was das Zeug hielt, an das Alkoholverbot dachte keiner mehr.
Spät in der Nacht musste dann einer meiner Kameraden, der Winki,  zurück an Bord da seine Wache anstand. Ich hatte auch schon genug getankt und bin mitgegangen. Der Große Puster und der Große ARI 76 folgten unserem Beispiel, so dass wir also zu viert grölender Weise durch Nyborg torkelten. In der Nähe des Hafens kamen wir an einem Einkaufszentrum vorbei und irgendeiner hatte die Idee, die dort abgestellten Einkaufswagen für ein kleines Wettrennen zu missbrauchen. Im Hafen angekommen, rollten wir mit den Einkaufswagen über das Kopfsteinpflaster, dieser Krach hätte eigentlich halb Nyborg wecken müssen, zum Glück wurden wir aber nicht weiter gestört. Puster, Winki und ich parkten die Einkaufswagen vorschriftsmäßig an der Pier und gingen Richtung Boot. Ari 76 wollte sein lieb gewonnenes  Spielzeug nicht einfach so abstellen und beschloss daher eine Seebestattung zu vollziehen. Ruck zuck war das Gefährt im Hafenbecken versenkt worden (inkl. Stillgestanden, Gruß und Saite). Nach diesem "traurigen" Ereignis gingen wir also weiter Richtung Heimat. Ari 76 hatte aber noch mehr auf Lager. Bei einem nicht ganz so kleinen Hafenschlepper hat er erstmal nach einer lautstarken Durchsage "Boot fährt Schwarzlicht" den Landanschluß abgeschlagen. Beim nächsten Kutter sollte nach dem Kommando "Leinen los" ein Ableger kommen. Bei diesem Vorhaben konnten wir ihn aber noch gerade so bremsen. Gott sei Dank waren wir dann endlich an Bord angekommen. Nach diesem Erlebnis mit meinen neuen Kameraden habe ich mich sehr schnell an Bord eingelebt.

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Weihnachtsfeier in Flensburg (Frank Hippauf)
Alle Jahre wieder weihnachtet es sehr. In der Flensburger Innenstadt wurde wie jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Die komplette Achterdecksbesatzung des Fuchs traf sich also zum kollektiven Besäufnis in der City. Es ging von Stand zu Stand und es wurde reichlich Glühwein konsumiert. Zu später Stunde, nach dem die Stände langsam dicht machten, gingen wir dann in eine Pinte und dort wurde dann ordentlich Karten gezockt. Der Verlierer einer Spielrunde musste eine Runde Tequilla oder Wodka ausgeben. Es ist ja wohl jedem klar wie das Ende aussah. Als die Lokalität dann geschlossen wurde, gingen wir dann auch Richtung Heimat. Unterwegs entdeckten wir noch eine Pinte die geöffnet hatte, dort gab es aber leider keinen Tequilla mehr (Gott sei dank), so dass wir bei Warsteiner blieben. Auch diese Lokalität hatte dann irgendwann zu und endlich ging es Richtung Heimat. Die Innenstadt war mittlerweile Menschenleer und einer meiner Weggefährten ist in einem Stand vom Weihnachtsmarkt eingedrungen und wollte noch eine Runde Glühwein klar machen. Wurde aber nix denn der Alkohol war nicht da. Wurde wahrscheinlich mitgenommen damit des Nächtens keiner einbricht und versucht dieses Zeug zu klauen- kluge Leute.
Ich habe kaum noch einen Einschlag bemerkt und bin meinen Kameraden hinterhergelaufen. Nach einer kurzen Fahrt im Taxi waren wir endlich im Stützpunkt angekommen (ca. 05:00 Uhr). Ari 76 meinte dann im Stützpunkt einen Wagen der Fahrbereitschaft kurzzuschließen, also öffnete er den nicht verschlossenen PKW griff unter das Lenkrad und rupfte den halben Kabelbaum raus. Es gelang ihm aber nicht die Karre zu starten und so gingen wir Richtung Unterkunft. Ich habe nicht mehr viel gemerkt und bin dann gleich in die Koje verschwunden.
Knapp zwei Stunden später klingelte erbarmungslos der  Wecker. Mit Mühe und Not konnte ich ihn ausschalten, irgendwie ging das alles so schwer. Ich konnte mich kaum bewegen. Als ich versuchte aufzustehen sah ich auch den Grund für meine "Behinderung". Meine lieben Kameraden, die Säcke, hatten mich mit ca. 10m Lichterkette, die sie vom Weihnachtsmarkt geklaut hatten, fachmännisch eingewickelt.

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Wer noch weitere Geschichten hat bitte eine Mail an Webmaster@S46-Fuchs.net